Lebenslauf des Wissenschaftlers


10.1.1945 Geburt in Alt-Skalden (heute Skalmierzyce, Polen).
1965–68Medizinstudium an der Friedrich Schiller Universität Jena in der DDR.
1969–70Nach misslungener Republikflucht im Januar 1969 politische Gefangenschaft in der DDR. Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland im August 1970.
1970–73Fortführung des Medizinstudium und Approbation an der Universität Lübeck.
1974–75Promotion in der Abteilung für Anästhesie und Notfallmedizin der Universität Heidelberg.
1975Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Anatomischen Institut der Universität Heidelberg.
1977Erfindung der Plastination im Rahmen seiner Forschungstätigkeit am Institut für Pathologie und Anatomie der Universität Heidelberg.
1978 Gründung der Firma BIODUR® Products, ein Unternehmen für Spezialkunststoffe und Geräte zur Plastination.
1978–92Anmeldung und Erteilung von Patenten in verschiedenen Ländern. Anfang der 80er Jahre initiiert Gunther von Hagens das erste Körperspendeprogramm zur Plastination.
1992Das erste Ganzkörperplastinat entsteht.
1993Gründung des privatwirtschaftlich geführten Instituts für Plastination.
1995Schaffung der ersten öffentlichen KÖRPERWELTEN Ausstellung zusammen mit Kuratorin Dr. Angelina Whalley.
1997Beendigung der Tätigkeit an der Universität Heidelberg.
Seit 2004Gastprofessur an der zahnmedizinischen Fakultät der New York University.
2006Gründung der Gubener Plastinate GmbH mit angeschlossenem PLASTINARIUM, dem weltweit größten Kompetenzzentrum für Plastination.
2010Die Fertigstellung von Elefantenkuh Samba, dem größten Plastinat der Welt, führt zur Schaffung der KÖRPERWELTEN der Tiere.

Öffentliche Bekanntmachung seiner Parkinson Erkrankung.

2010+2011 Verleihung des Health Media Awards für die beste Wissenschaftskommunikation.
2013
Ehrung durch die Association of Science-Technology Centers (ASTC), eine internationale Vereinigung von 650 Wissenschaftsmuseen, für sein Lebenswerk und seinen herausragenden Beitrag zur Vermittlung von Wissenschaft an ein Laienpublikum.
2015-18
Eröffnung von dauerhaften KÖRPERWELTEN Ausstellungen in Berlin, Amsterdam, Heidelberg und London, konzipiert und gestaltet von Dr. Angelina Whalley.
Heute
Bis heute widmet sich Gunther von Hagens einer Vielzahl von Projekten, insbesondere der Weiterentwicklung und Perfektionierung der Plastination, der Spezialkunststoffe und Verfahrenstechnik.
  





Patente:

  • Deutsches Patent 27 10 147 (1978)

  • Britisches Patent 1558 802 (1984)

  • Belgisches Patent 863.949 (1978)

  • Südafrikanisches Patent 78/1330 (1980)

  • Österreichisches Patent 360 272 (1980)

  • USA Patente 4,205,059 (1980), 4,244,992 (1981), 4,278,701 (1981), 4,320,157 (1982)


Wichtige wissenschaftliche Publikationen: 

G. von Hagens: "Verfahren zur verbesserten Ausnutzung von Kunststoffen bei der Konservierung biologischer Präparate" Offenlegungsschrift DE 32 32 756 AI. Deutsches Patentamt München (1982).

G. von Hagens: "Heidelberger Plastinationshefter"
160 Seiten (1985/86). Anatomisches Institut der Universität Heidelberg, INF 307, 69120 Heidelberg.

G. von Hagens, K. Tiedemann, W. Kriz: "The Current Potential of Plastination"
Anatomy and Embryology (1987) 175: 411-421.

G. von Hagens: "Impregnation of Soft Biological Specimens with Thermosetting Resins and Elastomers"
Anatomical Record (1979) 194: 247-255.

G. von Hagens, A. Whalley, R. Maschke, W. Kriz: "Schnittanatomie des menschlichen Gehirns. Ein fotographischer Atlas plastinierter Serienschnitte"
Steinkopff Verlag, Darmstadt (1990). ISBN: 3-7985-0780-5.

G. von Hagens, L.J. Romrell, M.H. Ross, K. Tiedemann: "The Visible Human Body. Ein fotographischer Atlas plastinierter Scheiben des menschlichen Körpers"
Verlag Lea & Febiger, Philadelphia, London (1991). ISBN: 08121-1269-5. Übersetzungen in Deutsch, Spanisch und Japanisch.


Literatur:

G. von Hagens/A. Whalley: "KÖRPERWELTEN. Die Faszination des Echten"
Ausstellungskatalog. Heidelberg, 14. Auflage 2004: Institut für Plastination.

F. J. Wetz/B. Tag (Ed.): "Schöne Neue Körperwelten – Der Streit um die Ausstellung"
Stuttgart 2001: Klett-Cotta (ISBN 3–608–94311–0); im besonderen der Beitrag von G. von Hagens: "Gruselleichen, Gestaltplastinate und Bestattungszwang", Seite 40–84.

F. J. Wetz: "Tote hoch zu Ross. Vom Triumph der Statue zum Verbot des Plastinats"
Heidelberg 2003: Arts & Sciences Verlagsgesellschaft (ISBN 3–937256–00–8).

F. J. Wetz: "Die Würde der Menschen ist antastbar: eine Provokation"
Stuttgart 1998: Klett-Cotta (ISBN 3-608-91908-2).